Ein Raft ist eine Basisstruktur, die beim 3D Druck unter dem Bauteil gedruckt wird. Das Bauteil steht nicht direkt auf dem Druckbett, sondern auf diesem Raft. Ein Raft kann die Haftung verbessern, kleine Unebenheiten ausgleichen und das Risiko von Warping reduzieren. Er wird vor allem dann genutzt, wenn die erste Schicht sonst wiederholt scheitert oder wenn das Druckbett schwierig zu handhaben ist.

Der Raft besteht aus mehreren Schichten, die eine stabile Grundlage schaffen. Die unteren Raft-Schichten sind meist breit und haften stark am Bett. Die oberen Raft-Schichten sind feiner und bilden die Kontaktfläche zum Bauteil. Nach dem Druck wird der Raft entfernt. Dabei entsteht oft eine rauere Unterseite am Bauteil, weil die Kontaktstruktur sichtbar sein kann. Außerdem verlängert ein Raft die Druckzeit und erhöht den Materialverbrauch, weshalb er eher als Problemlösung eingesetzt wird, nicht als Standard.

Ob ein Raft sinnvoll ist, hängt von Material, Geometrie und Drucker ab. Bei vielen Drucken reicht ein sauber eingestelltes Bett in Kombination mit einem Brim. Ein Raft ist besonders hilfreich bei großen, flachen Teilen, bei Materialien mit starker Schrumpfung oder wenn die Bettoberfläche nicht optimal ist. Die Slicing Software bietet meist Parameter wie Raftbreite, Raftdicke und Abstand zwischen Raft und Bauteil. Diese Werte sind wichtig, damit sich der Raft später gut lösen lässt.

In der Praxis ist es sinnvoll, zuerst die Ursachen zu prüfen. Bett reinigen, richtiges Leveling, passende Temperaturen und eine langsamere erste Schicht lösen viele Probleme bereits. Wenn das nicht reicht, bietet der Raft eine robuste Grundlage, die Drucke stabilisieren kann, die sonst immer wieder scheitern.

Ein Raft ist damit ein hilfreiches Werkzeug, wenn Haftung kritisch ist. Er kostet zwar mehr Zeit und Material, kann aber die Erfolgsquote deutlich erhöhen und Frust durch wiederholte Fehldrucke vermeiden.