Blasformen ist ein Verfahren zur Herstellung von Hohlkörpern aus Kunststoff. Typische Produkte sind Flaschen, Kanister, Behälter und technische Hohlteile. Das Grundprinzip ist, einen warmen Vorling in eine Form zu bringen und ihn dort mit Druckluft an die Formwand zu pressen. So entstehen Bauteile mit Innenraum, die häufig in kurzer Zykluszeit gefertigt werden können.
Es gibt mehrere Varianten. Beim Extrusionsblasformen wird ein Kunststoffschlauch, der sogenannte Vorling, extrudiert und zwischen die geöffneten Formhälften gelegt. Die Form schließt, der Schlauch wird aufgeblasen und nimmt die Kontur an. Dieses Verfahren eignet sich gut für größere Behälter oder robuste Hohlteile. Beim Injektionsblasformen wird zunächst ein Vorformling im Spritzguss hergestellt und danach in einer zweiten Station aufgeblasen. Das kann Vorteile bei Toleranzen und bei einer gleichmäßigeren Wandstärke bringen. Das Streckblasformen wird häufig bei PET eingesetzt, weil dabei hohe Festigkeit und gute Transparenz erreicht werden können.
Ein wichtiges Qualitätskriterium im Blasformen ist die Wandstärkenverteilung. Sie beeinflusst Stabilität, Gewicht und Belastbarkeit. Ungleichmäßige Wandstärken können Schwachstellen erzeugen, die bei Stößen, Druck oder im Transport problematisch sind. Deshalb werden Temperatur, Materialmenge und Prozessparameter so eingestellt, dass sich das Material kontrolliert verteilt. Auch die Auslegung der Form sowie eine geeignete Kühlung wirken sich auf Oberflächen, Maßhaltigkeit und Zykluszeit aus.
Bei der Materialwahl spielen Eigenschaften wie Chemikalienbeständigkeit, Zähigkeit und Dichtheit eine Rolle. Für viele Anwendungen wird HDPE genutzt, weil es robust und beständig ist. Je nach Einsatz können auch Polypropylen oder PET sinnvoll sein. Zusätzlich können Anforderungen wie Lebensmitteltauglichkeit, UV Beständigkeit oder spezielle Barriereeigenschaften relevant sein.
Blasformen ist besonders wirtschaftlich in der Serienfertigung, weil viele Hohlteile schnell und reproduzierbar hergestellt werden können. Mit einer passenden Prozessführung entstehen Bauteile, die funktional dicht sind, stabil bleiben und in großen Stückzahlen konstant die geforderte Qualität liefern.
