Ein Schraubdom ist ein zylindrischer oder leicht konischer Aufbau an einem Kunststoffbauteil, der dazu dient, eine Schraube aufzunehmen und Kräfte in die Struktur einzuleiten. Schraubdome sind typisch für Gehäuse, Abdeckungen und Trägerteile im Spritzguss. Sie können für selbstschneidende Schrauben ausgelegt sein oder als Aufnahme für Gewindeeinsätze dienen. Entscheidend ist, dass der Schraubdom dauerhaft ausreichende Auszugskraft und Drehmomentfestigkeit bietet, ohne dass der Kunststoff reißt oder sich dauerhaft verformt.

Im Kontext Werkzeug- und Formenbau ist der Schraubdom eine anspruchsvolle Geometrie, weil er häufig mit massiveren Querschnitten verbunden ist und dadurch zu Materialanhäufungen neigt. Diese Bereiche kühlen langsamer ab, was Einfallstellen auf Sichtflächen, längere Zykluszeiten und in manchen Fällen Verzug verursacht. Gleichzeitig muss der Dom sauber entformbar sein, was eine passende Entformungsschräge und eine geeignete Auswerferanordnung erfordert. Auch die Anschnittlage beeinflusst, wie gut der Dom gepackt wird und ob sich Bindenähte im hochbelasteten Bereich bilden.

Typische Anwendungen sind Verschraubungen zwischen Deckel und Unterteil, Befestigungspunkte in Elektronikgehäusen oder Montagepunkte für Funktionseinheiten. Häufig werden Schraubdome mit Rippen kombiniert, um Lasten zu verteilen und die Wandstärke im Domumfeld zu reduzieren. Solche Stützrippen verbessern die Steifigkeit und verringern die Gefahr, dass der Dom beim Anziehen der Schraube kippt oder ausbricht. Bei wiederholter Montage, höheren Temperaturen oder chemischer Belastung kann die Wahl des Materials und der Schraubentyp entscheidend sein.

Einflussfaktoren sind Materialeigenschaften wie Zähigkeit, Kriechneigung und Glasfaseranteil, außerdem Geometrie, Wanddickenübergänge und Oberflächenanforderungen. Prozessparameter wie Nachdruck und Werkzeugtemperatur bestimmen, ob der Dom kompakt und porenarm ausgeformt wird. Wenn der Dom zu dünn ist, kommt es zu Rissbildung oder Ausbrechen, wenn er zu dick ist, entstehen Einfallstellen und lange Abkühlzeiten. Auch das Vorhandensein von Bohrungen, Kerben oder abrupten Radien beeinflusst die Spannungsspitzen beim Einschrauben.

Typische Fehlerbilder sind Risse entlang der Domwand, Ausbrüche am Domboden, Weißbruch bei transparenten oder zähen Materialien, sowie nachträgliches Lockern durch Kriechen. Bei Gewindeeinsätzen treten zusätzlich Risiken wie Einpressrisse oder Verzug durch lokale Erwärmung bei Ultraschall- oder Heißverstemmen auf. Für die Planung ist es sinnvoll, Schraubdome so zu gestalten, dass Kräfte über Rippen und ausreichend große Radien in die Struktur eingeleitet werden und dass die Umgebung keine unnötigen Massenkonzentrationen erzeugt. Die Abstimmung mit Schraubentyp, Einschraubtiefe und Montageprozess ist dabei genauso wichtig wie die reine Domgeometrie.