POM steht für Polyoxymethylen, auch als Acetal oder Polyacetal bekannt. Es ist ein technischer Kunststoff, der für seine hohe Steifigkeit, gute Maßhaltigkeit, geringe Reibung und hohe Verschleißfestigkeit geschätzt wird. Typische Anwendungen sind Zahnräder, Lagerstellen, Gleitführungen, Schnapp- und Rastmechanismen sowie Präzisionsbauteile. POM wird häufig gewählt, wenn Bauteile gleiten, sich wiederholt bewegen oder enge Toleranzen einhalten müssen.

Ein Vorteil von POM ist seine geringe Feuchteaufnahme im Vergleich zu Polyamid. Dadurch sind die Eigenschaften über die Umgebung oft stabiler, was bei Maßteilen hilfreich ist. Trotzdem ist POM nicht „unkritisch“. Die Prozessführung muss sauber sein, weil POM thermisch empfindlich reagieren kann, wenn es zu lange im Zylinder verweilt oder zu heiß gefahren wird. Dann können Zersetzungsprodukte entstehen, die sich durch Geruch, Verfärbungen oder Ablagerungen bemerkbar machen. Auch bei Materialwechseln ist Sauberkeit wichtig, damit keine Rückstände im Zylinder verbleiben.

Im Spritzguss zeigt POM oft ein gutes Fließverhalten, kann aber bei ungünstiger Prozessführung Oberflächenfehler wie Fließlinien oder matte Stellen zeigen. Die Werkzeugtemperatur wirkt hier stärker, als man manchmal erwartet, weil sie die Oberflächenabbildung und das Erstarren beeinflusst. Auch Nachdruck und Umschaltpunkt spielen eine Rolle, weil POM präzise auf Überpackung oder zu frühe Umschaltung reagieren kann, wenn hohe Maßhaltigkeit gefordert ist. Bei faserverstärkten oder modifizierten POM-Typen kommen zusätzliche Effekte durch Orientierung und Schwindung dazu.

Konstruktiv ist POM interessant für bewegliche Funktionen. Schnapphaken oder Rastnasen profitieren von der Kombination aus Steifigkeit und Zähigkeit, sofern die Geometrie sauber ausgelegt ist. Gleichzeitig sollte man bei POM auf geeignete Radien und Entformungsschrägen achten, weil scharfe Kanten und hohe Reibflächen zu lokalen Spannungen und Entformungsproblemen führen können. Auch die Werkzeugoberfläche spielt eine Rolle, weil POM bei bestimmten Oberflächenzuständen stärker haftet oder „klebt“, was Auswerferkräfte erhöht.

POM ist damit ein sehr guter Werkstoff für Präzisions- und Bewegungsbauteile, wenn Prozess und Konstruktion stimmen. Wer stabile Schmelzetemperatur, saubere Plastifizierung und passende Werkzeugtemperierung sicherstellt, erhält reproduzierbare Teile mit hoher Funktionssicherheit. Siehe auch: Maßhaltigkeit, Plastifizieren, Schnapphaken.