PET steht für Polyethylenterephthalat und ist ein Polyester, der sowohl als Verpackungsmaterial als auch als technischer Kunststoff eingesetzt wird. In der Kunststofftechnik ist PET bekannt für gute Festigkeit, eine hohe Oberflächenhärte und eine vergleichsweise gute Barrierewirkung gegenüber Gasen. Je nach Anwendung wird PET spritzgegossen, extrudiert oder in Streckblasverfahren verarbeitet, wobei die Anforderungen an Maßhaltigkeit und Oberfläche stark vom Verfahren abhängen.
Im Spritzguss ist PET als teilkristalliner Werkstoff zu sehen, dessen Eigenschaften stark von der Kristallisation und der Abkühlung geprägt werden. Eine passende Werkzeugtemperatur ist wichtig, um Oberflächenqualität und Maßhaltigkeit stabil zu erreichen. PET reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit im Granulat, weil bei der Aufschmelzung Hydrolyse auftreten kann. Dadurch sinkt die Molekularmasse, was sich als geringere Zähigkeit, Sprödigkeit oder schlechte Schmelzestabilität zeigen kann. Deshalb spielt Trocknung und Materialhandling in der Praxis eine zentrale Rolle.
Typische Anwendungen von PET im technischen Bereich sind Gehäuse, Abdeckungen, Trägerteile und Komponenten, bei denen Steifigkeit und Verschleißverhalten gefragt sind. Im Verpackungsbereich sind es vor allem Preforms und Flaschen, bei denen optische Klarheit und Barriereeigenschaften relevant sind. Für additive Fertigung ist PET als Basis polymerchemisch bekannt, wird aber im industriellen 3D-Druck je nach Prozess häufiger in modifizierten Varianten eingesetzt, wenn Temperatur- oder Zähigkeitsanforderungen steigen.
Einflussfaktoren auf die Bauteilqualität sind Materialtyp, Geometrie, Prozessparameter und Werkzeugoberfläche. Wanddickenverlauf und Kühlung bestimmen die Kristallinität, was wiederum Schwindung, Verzug und Transparenz beeinflusst. Hohe Scherung kann zu thermischer Belastung führen, während zu niedrige Werkzeugtemperaturen matte Oberflächen oder ungleichmäßigen Glanz verursachen können. Die Lage von Anschnitt und Fließweg beeinflusst zudem Orientierungen und die Sichtbarkeit von Fließlinien oder Bindenähten.
Typische Fehlerbilder bei PET sind Trübungen oder Schlieren durch Feuchte, Einfallstellen bei zu massiven Bereichen und Verzug durch ungleichmäßige Abkühlung. Bei optischen Anwendungen können Bindenähte oder Fließfronttreffen besonders stören, weil sie als Linien sichtbar werden. Auch Spannungsrisse sind möglich, wenn hohe Restspannungen aus dem Prozess mit Montagekräften oder Medienkontakt zusammenkommen. Eine saubere Entlüftung ist wichtig, um Brandstellen zu vermeiden, die sich als dunkle Flecken oder matte Zonen zeigen können.
In der Planung hilft es, PET nicht nur nach Festigkeitswerten zu beurteilen, sondern auch nach Anforderungen an Oberfläche, Transparenz und Maßhaltigkeit. Konstruktiv sind gleichmäßige Wanddicken, verrundete Übergänge und eine anschnittgerechte Geometrie sinnvoll. Prozessseitig ist ein stabiler Umgang mit Trocknung, Temperaturführung und Nachdruck entscheidend, um reproduzierbare Bauteileigenschaften zu erreichen.
