Fused Deposition Modeling ist ein weit verbreitetes Verfahren der additiven Fertigung. Meist wird es einfach FDM genannt. Beim FDM Druck wird ein Kunststofffaden, das Filament, erhitzt und durch eine Düse aufgetragen. Das Material wird in Bahnen abgelegt und bildet Schicht für Schicht das Bauteil. FDM ist beliebt, weil es vergleichsweise kostengünstig ist und sich gut für schnelle Prototypen, Vorrichtungen und einfache Funktionsteile eignet.
Im Drucker fördert der Extruder das Filament zum Hotend, wo es aufgeschmolzen wird. Die Düse bewegt sich über das Druckbett und legt Material in der berechneten Form ab. Danach wird die nächste Schicht gedruckt. Die Schichtdicke beeinflusst dabei stark, wie glatt die Oberfläche wird und wie lange der Druck dauert. Dünne Schichten liefern feinere Details, dickere Schichten sind schneller. Auch die Bauteilorientierung ist entscheidend. FDM Teile sind oft in der Ebene stabiler als in der Höhe, weil die Verbindung zwischen den Schichten eine Schwachstelle sein kann. Wer belastete Teile druckt, sollte dies bei der Konstruktion berücksichtigen.
Viele Probleme im FDM hängen an den Einstellungen. Wenn die Temperatur zu niedrig ist, haftet das Material schlecht und es entstehen Lücken. Wenn die Temperatur zu hoch ist, werden Kanten unsauber und es kann zu Fäden kommen. Die Geschwindigkeit beeinflusst Oberfläche und Maßhaltigkeit. Die Haftung der ersten Schicht ist besonders wichtig, weil sonst Warping auftreten kann, bei dem sich Ecken vom Druckbett lösen und das Teil sich verzieht. Hier helfen richtige Bett- und Düsentemperatur, saubere Bettoberfläche und bei Bedarf ein Brim oder Raft.
Bei komplexen Geometrien werden häufig Supportstrukturen benötigt, damit Überhänge nicht durchhängen. Supports werden nach dem Druck entfernt und die Kontaktstellen oft nachbearbeitet. Für bessere Oberflächen kann Schleifen, Grundieren oder Glätten sinnvoll sein. Für präzise Bohrungen und Passungen wird häufig nachgearbeitet, weil kleine Öffnungen im FDM oft enger ausfallen als geplant.
FDM ist ein sehr praktisches Verfahren, wenn schnell ein belastbares Teil für Tests oder Montage gebraucht wird. Mit sauberer Kalibrierung, passenden Parametern und einer guten Materialwahl lassen sich zuverlässig wiederholbare Ergebnisse erreichen.
